Fetaler Mikrochimärismus
Historisch war man lange Zeit der Überzeugung, dass bei einer vorliegenden Schwangerschaft die Plazenta einen grundsätzlich geschützten Barriere-Effekt bietet und kein signifikanter Zellen- oder Molekülaustausch von Mutter zu Kind bzw. umgekehrt stattfindet. In vielen Lehrbüchern wurde die Vorstellung vertreten, dass der maternale und fetale Kreislauf getrennt seien.
Aus heutiger Sicht weiß man aber, dass es bereits während der Schwangerschaft zu einem Austausch kommt, der sich allerdings auf eine sehr begrenzte, selektive parazelluläre und zelluläre Übertragung beschränkt.
Schon in den 1950er bis 1970er Jahren wurden erste Hinweise auf fetale Zellen im mütterlichen Kreislauf bzw. auch umgekehrt mütterliche Zellen im kindlichen Gewebe beobachtet. Ab den 1990er Jahren gab es zunehmende Belege für den bidirektionalen Austausch und den sogenannten fetalen Mikrochimärismus, der die frühere Annahme der völligen Undurchlässigkeit der Plazenta widerlegte.
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